Geschichte

Ursprünge bei den Herren von Treffurt und Spangenberg
  • Die Herren von Treffurt, ein altes thüringisch/hessisches Adelsgeschlecht, herrschten um das nördliche Hessen und den Westen Thüringens. Der erste urkundlich genannte Vertreter in Verbindung mit Spangenberg war Ritter Hermann I. von Treffurt, um 1235 von den Grafen von Ziegenhain mit Burg und Stadt Spangenberg belehnt. Seitdem firmierte dieser Zweig als Grafen von Spangenberg
  • Die Burg diente strategisch zur Kontrolle der Handelsstraße „die langen Hessen“ von Frankfurt nach Leipzig. Darunter entwickelte sich die Siedlung unterhalb rasch zur Stadt, erstmals als civitas bereits 1261 genannt, Stadtrechte folgten 1309 nach Lippstädter Recht durch die Brüder Hermann und Friedrich von Treffurt/Spangenberg
Entstehung und frühe Phase (13. Jh.)
  • Um 1235 errichteten die Herren von Treffurt eine Höhenburg auf einem Kalksteinmergel über dem Pfieffetal und der Handelsstraße „Die Langen Hessen“, als Kontrollpunkt und Herrschaftszentrum
  • Die ursprüngliche Burg bestand aus einem Wohnpalas, Schildmauer und Umfassungsmauer.
    (typisch für eine Schildmauerburg auf drei terrassierten Ebenen am Hang)
Raubritterzeit und Verlust 1350
  • Die Brüder Hermann und Friedrich von Spangenberg fielen 1327 als berüchtigte Raubritter auf und begingen Gewalttaten in der Region
  • In finanziellen Schwierigkeiten verkauften sie 1350 Burg, Amt und Stadt Spangenberg an Landgraf Heinrich II. von Hessen für 8.000 Mark Silber. Seitdem gehörte Spangenberg zur Landgrafschaft Hessen
Blüte unter den Landgrafen von Hessen (1350–1600)
  • Nach der Übernahme durch Heinrich II. (der Eiserne) wurde die Burg zum Jagd- und
    Verwaltungsschloss umgebaut. Sein Sohn Otto „der Schütz“ residierte dort zeitweise
  • Unter Ludwig I. (der Friedfertige, 1402–1458) erfolgte ein Ausbau mit Zwingermauern
    und Schalentürmen, wodurch die Verteidigung deutlich verbessert wurde
  • In der Mitte des 16. Jahrhunderts begann der Ausbau zum moderneren Schloss: Kasematten,
    ein massiver Batterieturm (ca. 22 m Ø), tiefer Ringgraben und ein unterirdisches Gangsystem
    wurden errichtet, um Angriffe mit Feuerwaffen zu widerstehen. Der Bau erfolgte vor allem
    unter Philipp I. und Wilhelm IV. und verlieh der Anlage letztlich ihr heutiges Erscheinungsbild
Kriege und Festungsstatus (17.–18. Jh.)
  • Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) überstand das Schloss unzerstört und hielt gegenüber
    schwedischen Kräften stand, da es gut befestigt war und kaum umkämpft wurde
  • Einzig im Siebenjährigen Krieg (1758) wurde die Festung eingenommen, allein weil die Zugbrücke
    nicht hochgezogen wurde (Feindkräfte der Franzosen nutzten den Schwachpunkt geschickt aus)
Familie Treffurt/Spangenberg

Eingesetzte Adelsfamilie bis 1350, urkundlich belegt ab 1235

Raubritterzeit

Hermann IX. & Friedrich, Gewaltausübung, Fehden, Verkauf 1350

Bauliche Entwicklung

Beginn 1235 → Ausbau via Ludwig I., Philipp I., Wilhelm IV.

Festungsbau / Befestigung

Zwinger, Schalenturm, Batterieturm, Gänge, Graben

Kriegsereignisse

Dreißigjähriger Krieg (unversehrt), Siebenjähriger Krieg 1758

Neuzeitliche Nutzung

Gefängnis, Forstschule, Oflag IX-A, Wiederaufbau 1951–84,
heute Hotel/Museum

Die hessischen Grafen von Spangenberg als Residenz und Festung

Die Zeit unter den Landgrafen markiert die Blütezeit der Anlage:
Heinrich II. „der Eiserne“ (1299–1377)

Erwarb 1350 Spangenberg; nutzte es als Jagd- und Verwaltungssitz

Otto „der Schütz“ (1322–1366)

Sohn, lebte im Schloss; als Jäger legendär, literarisch verarbeitet
von Gottfried Kinkel

Hermann „der Gelehrte“ (1341–1413)

Verbrachte Teile seiner Zeit auf dem Schloss

Ludwig „der Friedfertige“ (1402–1458)

Geboren auf Schloss Spangenberg, befestigte die Anlage mit Schalentürmen
und Zwingermauern; Schloss wurde Lager für Geld und Archive

Philipp „der Großmütige“ (1504–1567)

Führte Hessen zur kulturellen Blüte. Margarethe von der Saale
wohnte gelegentlich hier

Wilhelm IV. „der Weise“ (1532–1592)

Befestigte das Schloss umfassend;
today’s äußere Gestalt stammt von ihm

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